AvD Club Oranien Lahn-Dill-Sieg e.V.

Grundsteinlegung + 150. Hauptausschuss-Sitzung des AvD

13. 11. 2015 - Frankfurt am Main


Der Präsident des AvD Automobilclub von Deutschland e.V., Ludwig Fürst zu Löwenstein, hat am Freitag, 13. November 2015, auf dem Grundstück Goldsteinstraße 237 in Frankfurt-Niederrad den Grundstein für das neue Verwaltungsgebäude des Clubs gelegt. Der AvD baut am Standort Frankfurt zum zweiten Mal in seiner Geschichte, diesmal direkt an der Autobahn A 5.

"Die Grundsteinlegung symbolisiert die Zukunft des AvD", erklärte Fürst Löwenstein den geladenen Gästen. Unter ihnen waren neben den Mitgliedern des Präsidiums des AvD e.V. dessen Ehrenpräsident, Rudolf Graf Schulenburg, Mitglieder des Hauptausschusses, der Generalsekretär und der Geschäftsführer sowie Mitarbeiter des AvD. Der AvD-Oranien war durch unseren Vizepräsidenten Andreas Bender vertreten.

Ehrenpräsident des AvD Rudolf Graf Schulenburg, AvD Generalsekretär Matthias Braun, AvD Vizepräsident Sport und Jugend Volker Strycek, AvD Präsident Ludwig Fürst zu Löwenstein-Wertheim-Freudenberg, AvD Vizepräsident für Recht, Verkehr Rolf W. Menzel, AvD Vizepräsident Klassik, Finanzen Franz Graf zu Ortenburg, AvD Vizepräsident Touristik, Vertrieb Gebhard Sanne, AvD Vizepräsident Controlling Peter A. Verloop Heinz-Günter Lang Lang & Cie, AvD Präsident Ludwig Fürst zu Löwenstein-Wertheim-Freudenberg, AvD Vizepräsident für Recht, Verkehr Rolf W. Menzel, AvD Vizepräsident Klassik, Finanzen Franz Graf zu Ortenburg AvD Präsident Ludwig Fürst zu Löwenstein-Wertheim-Freudenberg, AvD Vizepräsident Marketing Alexander Mrozek, Geschäftsführer AvD Wirtschaftsdienst GmbH Dr. Andreas Nowack, AvD Vizepräsident Sport und Jugend Volker Strycek, AvD Vizepräsident für Recht, Verkehr Rolf W. Menzel, Stellv. Vorsitzender des AvD Hauptausschuss Hakelberg-Pekol, Vorsitzender des AvD Hauptausschuss Reinhard Dötzer, AvD Vizepräsident Klassik, Finanzen Franz Graf zu Ortenburg, AvD Vizepräsident Controlling Peter A. Verloop, AvD Vizepräsident Touristik, Vertrieb Gebhard Sanne

Reinhard Dötzer, der Vorsitzende des Hauptausschusses, welcher die AvD Clubs repräsentiert, erinnerte an die Geschichte des AvD. Sie begann mit der Gründung 1899 in Berlin und setzte sich dort im 1905 bezogenen Clubhaus "Bleichröder Palais" am Leipziger Platz fort. Dötzer betonte die besondere Beziehung des AvD zur Stadt Frankfurt am Main und wünschte dem AvD eine erfolgreiche Zukunft.

Sitz des KAC, später AvD: Aussenansicht des Palais Bleichröder in Berlin Eindrucksvoller Empfang garantiert: Die Grosse Halle im Palais Bleichröder Prunkvolles Ambiente: Das Sitzungszimmer im Palais Bleichröder

Der AvD ist seit seiner Neugründung im Jahr 1948 in Frankfurt zu Hause. Die Anfänge in einem Notquartier in der Arndtstraße 9 waren schwierig. Die beengten Räumlichkeiten wurden bald verlassen. In der Fürstenberger Straße erwarb der AvD ein Trümmergrundstück, auf dem sein erstes Clubhaus der Nachkriegszeit entstand.

Die Entwicklung des Clubs von einer kleinen, gesellschaftlich und sportlich engagierten Gruppe zu einem Club für Jedermann bedingte bald weitere räumliche Erweiterungen. So wurde 1970 das von der Stadt Frankfurt angebotene Grundstück in der Bürostadt Niederrad bebaut - der Club war einer der Ersten, der sich dort niederließ. Inmitten einer sukzessive errichteten, schon damals hochmodernen Bürostadt wurde das dreistöckige "Weiße Haus" in der Lyoner Straße 16 bezogen.

Aktuelles Verwaltungsgebäude in der Lyoner Str - Google Maps

Nach über vierzig Jahren ist auch dieses Gebäude mittlerweile für einen zukunftsgerichteten Betrieb zu klein geworden. Der AvD will als zuverlässiger Partner die Mobilitätsbedürfnisse seiner Mitglieder und Kunden vor allem durch Unterstützung auf der Straße auch künftig optimal bedienen. Deshalb baut der AvD in der Bürostadt Niederrad neu, einem Standort, der aufgrund seiner guten Verkehrsanbindungen immer noch äußerst attraktiv ist. Die Entscheidung für das Grundstück Goldsteinstraße 237 fiel auch wegen seiner guten Lage zwischen Innenstadt und Flughafen.

Der geplante Neubau in der Visualisierung

Eingebettet war die Grundsteinlegung von Sitzungen des AvD Präsidiums und des wichtigsten AvD Gremiums. Der Hauptausschuss tagte seit seiner ersten Sitzung am 29. Mai 1952 bereits zum 150. Mal. Für unseren Club hat Andreas Bender auf freundliche Einladung des Vorsitzenden Reinhard Dötzer als Gast dieser Jubiläumssitzung beisitzen dürfen.

Die 'Beute dieses Kreuzzugs' - u.a. eine Plakette mit Gravur zur Grundsteinlegung - wurde im Rahmen der nächsten Vorstandssitzung durch unseren Vizepräsidenten auftrags- und pflichtgemäß an unseren reellen Delegierten - und somit Mitglied des Hauptausschuss - Prinz Wittgenstein überreicht.

Komplette 'Beute des Kreuzzugs' Trophäe des 'Kreuzzugs' Gravur auf der Rückseite der Trophäe Auftrags- + pflichtbewusste Übergabe der 'Beute des Kreuzzugs'

Im Anschluss der Hauptausschuss-Sitzung trafen sich die Mitglieder von AvD Präsidium und des AvD Hauptausschusses mit herausragenden Experten, um aktuelle Fragen der Mobilität zu erörtern. Hierzu hatte der Automobilclub von Deutschland Dr. Dieter-Lebrecht Koch, Mitglied des Europa-Parlaments und Dr. Walter Friederichs von Russell Reynolds Associates eingeladen.

AvD Präsident Ludwig Fürst zu Löwenstein betonte, das neue AvD-Haus gebe dem Automobilclub mit seiner 116jährigen Tradition die moderne Basis für sein Wachstum mit der Mobilität der Zukunft. Nach 1970 sei dies die zweite Grundsteinlegung in der Bürostadt-Niederrad für den AvD, der damit dem Standort Frankfurt am Main treu bleibe.

AvD Generalsekretär Matthias Braun wies auf die sich rasend schnell verändernden Bedingungen hin, denen alle unterworfen sind, die sich mit Mobilität befassen. Dazu gehörten auch zunehmend Anbieter aus der IT-Branche, die sich mit viel Kapital in einen Markt drängten, der bisher von den klassischen Firmen der Branche beherrscht wurde. Die leider immer mehr verbreitete Vorgabe „Schnelligkeit geht vor Gründlichkeit“ sei eine der Herausforderungen, denen sich auch der AvD stelle und zu deren Bewältigung er mit seiner Expertise beitragen könne.

Der rechtliche Rahmen wird nach den Worten des ersten Vortragenden, Mitglied des Europa-Parlaments, Dr. Dieter-Lebrecht Koch, in weiten Bereichen vom europäischen Recht bestimmt. Er betonte, dass Mobilität das Grundrecht eines jeden Bürgers sei. Er dürfe erwarten, dass Verkehr so sicher, sauber und effizient wie möglich gestaltet werde.

Als stellvertretender Vorsitzender des Verkehrsausschusses des EU-Parlamentes und Berichterstatter zur Umsetzung des Weißbuches Verkehr der EU-Kommission plädierte er für ein ausgewogenes Verhältnis der Verkehrsträger Straße, Schiene sowie Schifffahrt untereinander.

Das viel diskutierte „Autonome Fahren“ bedarf nach den Worten Kochs noch vieler Schritte und liege in weiter Ferne. Auch der Begriff der „Fahreignung“ müsse dann neu gedacht werden. Die fortschreitende Digitalisierung führe immer mehr dazu, dass die gesetzlichen Vorschriften hinterher hinkten. Dr. Koch forderte ferner eine lebenslange Verkehrserziehung, die weit vor dem Führerscheinerwerb beginnen müsse und erwachsene Fahrer bis ins hohe Alter begleiten solle. Abschließend wandte er sich gegen einen „Flickenteppich von Mautsystemen“ und verlangte, Straßenbenutzungsgebühren auf eine gemeinsame europäische Grundlage zu stellen.

Dr. Friederichs wies in seinem Vortrag darauf hin, dass neue Entwicklungen in der Automobilindustrie weltweit stattfinden. Auch die handelnden Personen würden sich verändern, doch die Industrie verfüge über die notwendige Veränderungsfähigkeit. Schon heute müsse man gedanklich „jenseits des Automobils“ ansetzen, denn das Produkt werde als selbstverständlich vorausgesetzt, die neuen Akteure setzten auf eine „Erlebnispositionierung“ mit erfahrbarer Mobilität. Er nannte als Beispiele für die inhaltliche Orientierung der neuen Marktteilnehmer die Spieleindustrie und die IT-Branche, bei denen Schnelligkeit zähle, nicht das Produkt an sich.

Die sich abzeichnenden Entwicklungen würden von Dienste-Anbietern zwischen Endkunden und Produktanbietern vorangetrieben. Die Nutzung von Transportmitteln werde wichtiger als deren Besitz. Friederichs betonte ausdrücklich, dass es aber immer Personen geben werde, die sich z. B. für Oldtimer oder die Faszination des Automobils als solches interessieren und in solchen Nischen das Thema Besitz anders bewerten. Als neue Dimension sei die Beziehung zwischen Kunden und Anbietern als eine auf Augenhöhe zu kennzeichnen.

Bezüglich Automatisierung und Umgang mit den Daten befinde sich die deutsche Industrie momentan „nicht im Fahrersitz“. Er rate der Automobilindustrie, den Umgang mit Daten in der eigenen Hand zu behalten. Die deutsche Industrie sollte die Vorgehensweise verändern: zunächst müsse die Logik der Konzepte der neuen Anbieter analysiert werden, auch mit Orientierung an „Coffee-Shop-Innovationen“, denn die Entscheidung über die Durchsetzung von Dienstleistungen und Produkten treffe immer der Markt. Es sei zu erwarten, dass Anbieter immer mehr zum Mobilitätsmanager für ihre Kunden würden.
Dr. Friederichs sprach auch die Führungskultur innerhalb der Firmen an und forderte einen offenen Umgang sowie Fehlertoleranz ein. Nicht eine Homogenität innerhalb der Mitarbeiterschaft sei das Ziel, sondern Vielfalt. Gefördert werde müsse der Widerspruch. Führungskräfte sollten sich ausdrücklich mit einem Kreis von Menschen umgeben, der „anders“ sei bzw. denke, als sie selbst, um die Zukunftsaufgaben mit einem Blick von allen Seiten zu bewältigen.

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